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THW im Einsatz - Meldung vom 20.07.2010

Sturmtief "Olivia" erfordert Einsatz der Fachgruppe "Elektroversorgung"

Kreis Kleve. Mittwoch, 14.07.2010, deuten die Warnungen der verschiedenen Wetterdienste auf einen stürmischen und regnerischen Abend hin. In der Tat fegen gegen 18:30 Uhr die ersten Sturmböen in Orkanstärke über das Gelderland hinweg, begleitet von heftigen Regenfällen. Zahllose Bäume werden entwurzelt, Stromleitungen reißen, der Bahnverkehr liegt streckenweise still. Nach etwa zwei Stunden ist alles vorbei, aber Polizei und Feuerwehr haben alle Hände voll zu tun. Anders als in anderen Ortsverbänden (OV) des Kreises Kleve bleiben im OV Geldern die Funkalarmempfänger still.

 

Donnerstagmorgen, 04:15 Uhr, Sturmtief „Olivia“ scheint überstanden, schrillt das Telefon und reißt den Fachberater (FaBe) des OV Geldern, Gregor Bieker, aus dem Schlaf. Die Leitstelle des Kreises Kleve fordert die Fachgruppe „Elektroversorgung“ (FGr E) des OV Geldern an. Das örtliche Energieversorgungsunternehmen (EVU), so erklärt der Leitstellendisponent, habe aufgrund von Überschreitungen der gesetzlichen Arbeitszeit vorübergehend die Reparaturarbeiten einstellen müssen. Daher solle nun das THW vordringlich die Stromversorgung eines großen Betriebes mit Legehennen im Bereich Geldern-Kapellen sicherstellen um das Überleben des Tierbestandes zu gewährleisten.

 

Schnell sind der Ortsbeauftragte (OB), Holger Teetz, und der Zugführer des Technischen Zuges (ZFü TZ), Björn Wiesner, aus dem Schlaf geklingelt und die notwendigen Maßnahmen abgestimmt.
Nach weiteren Telefonaten mit der Leitstelle und dem Betroffen rücken die alarmierten Fachhelfer mit ihrem Gruppenführer (GrFü), Thomas van Megen, um 05.15 Uhr mit dem LKW und der 200 kVA-Netzersatzanlage (NEA) aus und melden nach Erreichen der Einsatzstellen gegen 06:00 Uhr: Erkundung abgeschlossen, Leitungen durchgemessen, Hauseinspeisung durchgeführt, Aggregat läuft.

 

08:43 Uhr: Eine weitere Meldung. Diesmal fordert das Ordnungsamt der Gemeinde Weeze das mobile Elektrizitätswerk des THW an für einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinen und Rindern im Außenbereich der Gemeinde Weeze. Auch hier sitzt man seit „Olivia“ am Vorabend im Dunkeln.


Zum Glück wird wenige Minuten später von der „Einsatzstelle 1“ gemeldet: Die Stromversorgung durch das EVU ist wiederhergestellt, die NEA kann abgezogen werden.

Kurz nach 10:00 Uhr meldet Kraftfahrer und Maschinist Stefan Brixa: „Einsatzstelle 1“ geräumt und übergeben; auf dem Marsch zur „Einsatzstelle 2“.
Vor Weeze wartet eine halbe Stunde später der FaBe, um die anrückende FGr zu dem versteckt liegenden Gehöft zu lotsen. Dort stellt sich bei einer umfangreiche Erkundung die Einspeisung als etwas schwieriger dar. Aber alle Probleme werden gelöst und unter Beachtung aller Sicherungsmaßnahmen können auch hier die Stallbelüftungen, Melkanlagen usw. noch vor 12:00 Uhr wieder in Betrieb genommen werden.

Entgegen der ersten Äußerungen der Mitarbeiter des EVU gestalten sich deren Reparaturen an den Freileitungen als umfangreicher und zeitaufwändiger, da zunächst auch das Eintreffen eines Hubsteigers abgewartet werden muss. So kann die NEA des THW erst gegen 19:30 Uhr wieder abgebaut und der Hof an das Stromnetz angeschlossen werden. Nach dem Betanken von Fahrzeugen und NEA, der Rückfahrt in den OV und der Abschlussmeldung an die Geschäftsstelle in Wesel endet um 20:45 ein langer Einsatztag für die "FGr E“, die die Ablösung der Helfer und die Information der Arbeitgeber intern regelte, soweit es nötig war. 

Fazit: "Nichts ist so gut, als dass man es nicht noch besser machen könnte." Daher werden Erkenntnisse dieses Einsatztages in die Vorbereitungen für künftige Einsätze einfließen. 

Text u. Fotos: SwB

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